Allen, die ihre malerische Praxis mit einer Dosis Kunsttheorie anreichern wollen, sei folgender Klassiker ans Herz gelegt: Ernst Gombrichs Art and Illusion (1960) [dt. Kunst und Illusion (1967)].

Obwohl die Erstveröffentlichung des Buchs schon über 60 Jahre zurückliegt (die Vorlesungsreihe, auf der es beruht, sogar noch ein wenig länger) ist das für einen Kunsthistoriker eigentlich eher ungewöhnliche interdisziplinäre Interesse an einer „Psychologie der bildlichen Darstellung“, das Gombrich in ihm verfolgt, brandaktuell.
Besonders wichtig vor allem für Praktiker ist Gombrichs grundlegender Gedanke, dass bildliche Darstellung ein Kommunikationsakt zwischen Maler und Betrachter ist, der auch auf der Basis suggestiver Fragmente funktionieren kann, und in dem weniger oft mehr ist – eben weil der Mensch mit dem kognitiven Rüstzeug ausgestattet ist, um aus bloßen Anspielungen Sinnzusammenhänge zu schaffen.